Ein Wolf an der Kreuzeskirche... beim 28. Ökumenischen Tiergottesdienst

  • 03.07.2026

Der Ökumenische Tiergottesdienst in Duisburg hat eine lange Tradition. Am Sonntag, 12. Juli, geht die Erfolgsgeschichte auf dem Außengelände der Evangelischen Kreuzeskirche Duisburg-Marxloh, Kaiser-Friedrich-Straße 40, in die 28. Runde.

Begonnen wird um 12 Uhr mit dem fröhlichen Begrüßungslied „Gott gab uns Atem, damit wir leben“ des Chors Vielklang. Dann gibt es von der evangelischen Pfarrerin Anja Humbert und der katholischen Pastoralreferentin Schwester Mariotte Hillebrand auch nachdenkliche, zugleich aber motivierende und zukunftsweisende Worte.

Beim allerersten Tiergottesdienst vor fast drei Jahrzehnten hatte wohl niemand damit gerechnet, dass er ein „Selbstläufer“ wird. „Aber“, so Anja Humbert und Mariotte Hillebrand, „aktiver Tierschutz ist, wie viele negative Auswüchse zeigen, heute wichtiger denn je.“ Dass es das Wort Tierschutz überhaupt geben müsse, sei schon fast ein Skandal. Hungernde, ausgebeutete und misshandelte Tiere hätten nichts mit Gottes Schöpfung zu tun.

So soll der Tiergottesdienst auch stets Motivation sein, solchen Auswüchsen aktiv und engagiert entgegenzuwirken. Es lohne sich immer, Gottes Schöpfung zu bewahren. Die Hunde waren bisher stets in der Überzahl, aber auch Katzen, Vögel, Hamster, Kaninchen und Meerschweinchen füllten die Gottesdienste teils lautstark mit Leben. Vereinzelt waren auch schon mal Pferde, Ziegen und Esel vertreten, sogar eine chinesische Schildkröte.

Beim diesjährigen Tiergottesdienst steht – wenn auch nicht „leibhaftig – ein Wolf im Mittelpunkt, lautet das Motto doch „Franz von Assisi und der Wolf“. Zudem wird mit klangvoller Chor-Unterstützung viel gesungen, gebetet und vermutlich auch „gebellt und miaut“. Die mitgebrachten Tiere werden am Schluss gesegnet. Der Gottesdienst findet bei jeder Witterung statt. Bei Regen geht es in die Kreuzeskirche, die dann so etwas wie eine Arche Noah ist.

Alle Gottesdienstbesucher, egal ob groß oder klein, alt oder jung, mit oder ohne Tier, dürfen dann zum Altar kommen und sich dort eine Urkunde und ein kleines Geschenk abholen. Für mitgebrachte Tiere gibt es zusätzlich eine Erinnerungsmedaille. Anschließend wird zum „leckeren Ausklang“ eingeladen. Es gibt Salate, Herzhaftes, Kaffee und Kuchen sowie kalte Getränke. Auch der „Marienkäfer“, das Kirchenmobil der katholischen Kirche, ist die ganze Zeit mit von der Partie.

In diesem Jahr geht die Kollekte im Gottesdienst und der Erlös der Bewirtung an den „Tiergnadenhof Krümelranch“ in Alpen, der jegliche Unterstützung gut gebrauchen kann.

Informationen zum Tiergnadenhof Krümelranch

Die Krümelranch in Alpen bietet zurzeit rund 25, meist sehr alten Pferden und Ponys, 15 Hunden und 10 Katzen ein behütetes Zuhause. Diese Tiere sind aus finanziellen Gründen, wegen schlechter Haltung oder privaten, belastenden Situationen auf die Krümelranch umgezogen.
Alleine die Versorgung der Tiere verschlingt jeden Monat viel Geld. Dazu kommt aktuell in diesem Jahr, dass das Dach des größten Hoftraktes akut einsturzgefährdet war und eine sofortige Sanierung erforderte. Die Kosten von 120.000 Euro sind für einen kleinen Verein neben der gewissenhaften Versorgung der Tiere alleine nicht zu stemmen. Dank großzügiger Unterstützung konnten die Arbeiten begonnen werden.
„Wir können mit unserem Tiergottesdienst dazu beitragen, dass weitere Instandhaltungsarbeiten an den Gebäuden getätigt werden können und das Zuhause der Tiere bis zu ihrem Tod gesichert ist“, so Pfarrerin Anja Humbert.

Infos zur Gemeinde gibt es unter www.bonhoeffer-gemeinde.org, zum Tiergnadenhof unter www.kruemelranch-alpen.de.

Text: Reiner Terhorst

Das Bild wurde beim Tiergottesdienst 2025 an der Kreuzeskirche aufgenommen und zeigt Schwester Mariotte und Jessica Wachtel beim Segnen – mit Pfarrerin Anja Humbert in der Mitte, Foto: bonhoeffer-gemeinde.org

 

 

 

 

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