Gelungener Radiogottesdienst zum Ewigkeitssonntag in Duisburg Obermeiderich

Mit der Stoppuhr haben das Gottesdienstteam der Evangelischen Kirchengemeinde Duisburg Obermeiderich, der Projektchor und das Instrumentalensemble ihre Texte, Lieder und Musikstücke geübt. Die Generalprobe am Samstag brachte noch letzte, kleine Patzer an den Tag. Damit im Gottesdienst am Ewigkeitssonntag auf WDR 5 alles reibungslos ablaufen konnte, wies die Leiterin des Rundfunkreferates NRW, Landespfarrerin Petra Schulze die gespannte Gemeinde kurz vor Beginn der Übertragung auf die geänderten Abläufe hin. „Sie bleiben bitte den ganzen Gottesdienst über sitzen“, sagte sie, „und der Chor steht bei allen Liedern, auch bei den Gemeindeliedern und unterstützt den Gesang kräftig.“ Das Auf und Nieder im normalen Gottesdienst sei mit längeren Pausen verbunden, die bei den Radiohörerinnen und Hörern für Irritationen sorgen würden, führte sie aus. Und rief kurz über Mikrofon den Ü-Wagen draußen vor der Türe, um zu hören, ob alles bereit sei. „Paddy, wenn du mich hörst, mach mal das rote Licht an.“ Das Licht blieb aus, der unsichtbare Paddy und seine drei Kollegen im Übertragungswagen waren offenkundig noch beschäftigt.

„Dann erzähle ich ihnen halt bis zur Sendung noch was über unsere Arbeit“, ließ sich die Evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR nicht verdrießen von der mangelnden Kontaktaufnahme mit dem Regieteam. Auf 150 000 bis 200 000 Zuhörende könne so ein Radiogottesdienst in der Übertragung kommen, sagte Schulze nicht ohne Stolz. Zu hören ist er auf WDR 5 und auf NDR info. In der Mediathek auf www.kirche-im-wdr.de könnten Interessierte den Gottesdienst auch nach der Ausstrahlung noch ein Jahr lang abrufen.

Dann blinkt das Rotlicht auf, die Obermeidericher Kirche ist auf Sendung. Schulze begrüßt die Radiogemeinde mit einer Beschreibung der zeltartigen Architektur des namenlosen Kirchenbaus an der Emilstraße. Die Kirchenmusikerin Gundula Heller hebt die Hände zum Dirigat, „Wachet auf, ruft uns die Stimme der Wächter sehr hoch auf der Zinne“, singen Chor und Gemeinde. „Wir lesen heute Briefe vor, wie sie von Trauernden geschrieben worden sein könnten und wagen eine göttliche Antwort aus dem Paradies,“ verkündet Pfarrerin Sarah Süselbeck. In den Briefen dankt eine Enkelin dem verstorbenen Großvater für die empfangene Liebe und das Vertrauen. Eine tote Mutter hinterlässt Wut, weil sie ihr Kind nicht genug lieben konnte und sehr schwer zufrieden zu stellen war. Eine Frau bedauert beim Tod der großen Schwester alle verpassten Chancen, sich nach einem Streit wieder zu versöhnen. Und ein verstorbener Lieblingsmensch hinterlässt seinen Partner scheinbar trostlos und unheilbar einsam.

„Bei mir geht nichts und niemand verloren“, steht in dem göttlichen Sendscheiben. „Alles, was ihr nicht tragen könnt, gebt mir. Die Verbindung zwischen Himmel und Erde besteht und sie ist unkaputtbar!“

Während Chor und Gemeinde das letzte Lied singen und Pfarrerin Esther Immer als Liturgin den Segen spricht, startet Pfarrer i. R. Hans Bernd Preuss durch, denn er hat den üblichen Telefonkontakt zur Radiogemeinde übernommen. Beim Kirchencafé berichtet er von vielen Höreranrufen, die den Obermeidericher Gottesdienst als besonders zugewandt und tröstlich erlebt haben. Auch die wunderbare Musik wurde von der Radiogemeinde öfter lobend erwähnt.

Fazit in Obermeiderich von Gemeinde und Gottesdienstteam: Der Aufwand hat sich wirklich gelohnt!

Text: Sabine Merkelt-Rahm

Das Bild zeigt Mitglieder des Gemeinde-Teams Radiogottesdienst Ewigkeitssonntag 2025 (von rechts nach links) Michael Rogalla, Ellen Kubillus, Gisela Rastfeld, Julia Addai, Sarah Süselbeck und Esther Immer. (Foto: www.obermeiderich.de).

 

  • 24.11.2025
  • Rolf Schotsch
  • Red