Abschiedsgottesdienst und Dankeschön-Empfang für Pfarrer Bodo Kaiser

  • Rolf Schotsch

Zum 1. Mai wird Bodo Kaiser, engagierter, beliebter und bestens „verankerter“ Pfarrer der Evangelischen Versöhnungsgemeinde Duisburg-Süd, in den Ruhestand gehen und mit seiner Frau Annette nach Brandenburg ziehen. Dort geht es in die Heimat der Mutter seiner Frau. Aus den vielen Besuchen und Urlauben seit der Wende wird nun eine „Heimat auf Dauer“.

„Da ich dann 63 Jahre alt bin, hat meine Familie jetzt einfach Vorrang“, sagt er und betont, dass diese Entscheidung halt ausschließlich persönliche Gründe habe, denn er hat gerne in „seiner“ lebendig-engagierten Gemeinde im Duisburger Süden gestaltet und gewirkt. Jetzt nimmt er dankbar und wehmütig zugleich Abschied.

Und mit denselben emotionalen Gefühlen und herzlichen Empfindungen verabschiedet die Gemeinde ihn am Sonntag, 12. April, im Gottesdienst um 11 Uhr im Gemeindehaus Huckingen. Anschließend ist reichlich Zeit für Begegnungen, Gespräche und Erinnerungen. Ob es Verkündigung, Seelsorge, Diakonie, Bildungsarbeit, das „Einnehmen und Mitnehmen“, der generationenübergreifende Dienst am und für den Menschen sind, die Arbeit und das Wirken von Bodo Kaiser hatte viele Facetten, und vor allem hat sie „dankbare Spuren“ hinterlassen.

„Unsere Muttersprache ist die Seelsorge“, hat er einmal gesagt und damit zum Ausdruck gebracht, was ihm am Herzen liegt. Glaube, so wird es in Gesprächen mit ihm deutlich, ist für ihn wirklich eine Herzensangelegenheit, verbunden mit Verstand, Verständnis und Engagement.

Geboren in Essen, ist er in einer sozial und kirchlich engagierten Familie aufgewachsen. Aus seiner Mitarbeit im Kindergottesdienst und in der Konfirmandenarbeit sowie dem CVJM stammt seine Wertschätzung der biblischen Überlieferung und der verbindlichen Struktur von Mitarbeit.

In seiner langjährigen Mitarbeit bei amnesty international lernte Bodo Kaiser gleichzeitig die Bedeutung der gesellschaftspolitischen Ebene kennen. Für ihn heißt das: Glaube ist immer persönlich, aber nie privat. Der Wert kirchlichen Engagements ohne Eigeninteressen wurde ihm in der offenen Jugendarbeit als Zivildienstleistender besonders bewusst.

Nach dem Studium in Wuppertal, Bochum und Marburg hatte er Vikariat und Probedienst in verschiedenen Quartieren in Düsseldorf absolviert. Von 1994 bis 2017 war Bodo Kaiser dann Pfarrer in Düsseldorf-Unterrath. Zusammen mit seiner Frau Annette hat er zwei inzwischen erwachsene Töchter. Seit 2017 sind Bodo und Annette Kaiser im Duisburger Süden heimisch geworden.

„Meiner Frau Annette und mir war es ein Vergnügen und ein Geschenk, hier in Duisburg neun Jahre lang gearbeitet und gelebt zu haben“, blickt der „Lebensbegleiter in Leid und Freude“ dankbar zurück. Und die Gemeinde wird Bodo Kaiser ebenfalls voller Dankbarkeit als Geschenk betrachten.

Text: Reiner Terhorst