Das Ruhrgebiet spricht – Anmeldungen zum Aktionstag Bürgerdialog noch bis zum 7. Juli – auf für Salvator Duisburg

  • Rolf Schotsch
  • Bartosz Galus

Miteinander reden, statt immer nur übereinander. Das ist das Ziel des Aktionstags „Das Ruhrgebiet spricht“, der in vier Ruhrgebietsstädten zum Perspektivwechsel in Eins-zu-Eins-Gesprächen einlädt, auch in Duisburg an der Salvatorkirche. Die Anmeldung für den Bürgerdialog „Das Ruhrgebiet spricht“ am 11. Juli ist noch bis zum 7. Juli möglich. Teilnehmen können alle ab einem Alter von 16 Jahren. Alle Details und der Link zur Registrierung stehen auf der Homepage dasruhrgebietspricht.de.

In Duisburg wird für „Das Ruhrgebiet spricht“ am Samstag, 11. Juli morgens auf der Wiese an der Salvatorkirche alles vorbereitet sein: Angemeldete Teilnehmende werden mit dem Akkordeonspiel von Silvester Pece empfangen und treffen dann ihre Gesprächspartner oder Gesprächspartnerinnen, mit denen sie dann ungestört an Stehtischen oder Bistrotischen über ihre gemeinsamen und unterschiedlichen Ansichten reden können. Stärkung gibt es für sie und alle, die noch spontan hinzukommen, am Getränke- und Grillstand der Evangelischen Kirchengemeinde Alt-Duisburg und beim „Marienkäfer“, dem dreirädrigen Ape-Kaffeemobil der katholischen Kirche.

Pfarrer Martin Winterberg, der „Das Ruhrgebiet spricht“ auch letztes Jahr nach Duisburg zur Salvatorkirche geholt hatte, hofft auf viele Anmeldungen. Mit „Das Ruhrgebiet spricht“ gehe es nicht darum, zu überzeugen, sondern einander besser zu verstehen. „Auch ich bin davon überzeugt: Zuhören verbindet und Verständigung ist möglich“, so Pfarrer Winterberg. „Und wie oft reden wir wirklich mit jemandem, der ganz anders denkt als wir?“, fragt sich auch Pfarrer Winterberg als einer der Initiatoren. „Das Ruhrgebiet spricht“ ist eine gute Möglichkeit.

Die Teilnahme ist bewusst einfach gehalten: Ein paar kurze Fragen online beantworten, wie man zu Themen und Problemen unserer Zeit steht, wie etwa „Muss es wieder eine Wehrpflicht geben?“, „Macht dir KI Angst? oder „Was macht dir Mut?“ Ein intelligenter Algorithmus findet anschließend die Person, mit der eine spannende Unterhaltung zu erwarten ist, weil sie eben ganz anders denkt. Das persönliche Eins-zu-eins-Gespräch findet dann am 11. Juli um 11 Uhr an zentralen Orten in einer der vier größten Städte des Ruhrgebiets (Bochum, Dortmund, Duisburg, Essen) statt – unter vier Augen und doch zusammen. Vorkenntnisse oder Vorbereitung sind nicht nötig – außer sich offen und unvoreingenommen auf ein echtes Gespräch einzulassen.
Dass das Projekt berührt, zeigen die Stimmen derer, die bei der Premiere 2025 dabei waren: „Ich habe mit einer Person gesprochen, die ich sonst nie getroffen hätte. Das war total bereichernd, weil es meinen Kosmos erweitert hat.“ – Eine andere Teilnehmerin berichtet: „Die Zeit verging wie im Flug, wir hätten noch viel länger sprechen können. Das hätte ich nicht gedacht.“ – Und: „Ich habe gemerkt, wie sehr wir in unserer eigenen Bubble stecken und wie gut der Austausch über Stadtgrenzen hinweg ist, um Demokratie zu leben.“ – „Wir freuen uns über die große Unterstützung von starken Partnern aus der gesamten Region, die dieses Projekt überhaupt erst ermöglichen. Gemeinsam arbeiten wir daran, dass starke Verbindungen zwischen den Menschen im Ruhrgebiet entstehen und der Dialog unsere Gesellschaft stärkt“, so die Organisatoren des Projekts.

„Das Ruhrgebiet spricht“ ist ein gemeinsames Projekt der evangelischen City- und Stadtkirchen in Bochum, Dortmund (in Kooperation mit der Diakonie und dem Theater Dortmund), Duisburg und Essen. In ihren Innenstädten setzen sie sich ein für das Gemeinwohl, eine pluralitätsfähige Spiritualität und eine weltoffene Kultur an den Schnittstellen von Kirche und Gesellschaft. In Kooperation mit dem ZEIT Verlag fand das Dialogprojekt 2025 erstmals statt. Es ist eine Adaption des erfolgreichen Formats „Deutschland spricht“ der ZEIT Verlagsgruppe. Seit 2017 haben sich bereits mehr als 90.000 Menschen für das Gesprächsformat angemeldet. Davon inspiriert, setzen sich die evangelischen Kirchen für eine Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und der demokratischen Gesprächskultur im Ruhrgebiet ein. Viele Partner*innen in den vier Städten und der Region unterstützen das Projekt. In Duisburg unterstützen „Das Ruhrgebiet spricht“ die Evangelischen Dienste Duisburg und die VHS Duisburg „Das Ruhrgebiet spricht“ und rufen mit zur Teilnahme auf.

Das Bild zeigt Pfarrer Winterberg bei „Das Ruhrgebiet spricht“ am 23.8.2025 an der Salvatorkirche – mit Josip Sosic von der Volkshochschule Duisburg, Foto: Bartosz Galus