Auch nach 16 Jahren kommen die Angehörigen der bei der Loveparade-Katastrophe Getöteten zum Jahrestag des Unglücks zum Gedenken nach Duisburg. Und die nicht-öffentliche Andacht in der Duisburger Salvatorkirche ist ihnen nach wie vor wichtig. Das hat Pfarrer Martin Winterberg am letzten Freitag bei der Begegnung mit den Angehörigen zum Jahrestag wieder erfahren. Im Gedenkgottesdienst sprach er ihren Schmerz an: „„Sechzehn Jahre. Und doch wissen wir alle, die wir in diesem Raum sitzen: Manche Wunden heilen nicht mit der Zeit. Sie verändern sich. Sie werden vielleicht stiller. Aber sie bleiben. (…) Sechzehn Jahre Lücke – am Tisch, im Herzen, im Leben. Dieser Raum kennt euren Schmerz. Diese Kirche hat ihn Jahr für Jahr aufgenommen und gehalten.“ Nach der Auflösung der Stiftung hatte sich der Evangelische Kirchenkreis Duisburg entschieden, die Gottesdienste am Gedenktag bis auf Weiteres fortzuführen. „Die Entscheidung war richtig und wichtig“ sagt Pfarrer Winterberg.
In der Predigt nahm Pfarrer Winterberg das Bild des Märchens vom Tränenkrüglein auf und bezog es auf die Botschaft der Bibel und des Glaubens: „Gott selbst sammelt unsere Tränen, wie es in Psalm 56 heißt. Keine geht verloren (…) wir gedenken der einundzwanzig Menschen, die am 24. Juli 2010 ihr Leben verloren haben. Wir sprechen ihre Namen in unseren Herzen. Wir tragen die Erinnerung an sie – nicht als Last, sondern als Zeichen der Liebe, die der Tod nicht auslöscht.“ Nachzulesen ist die Predigt hier als PDF.
Das Bild hat Salvator-Küster Holger Kanaß kurz vor dem Gedenkgottesdienst in der Salvatorkirche aufgenommen. Es zeigt die Gedenkkerzen, die beim Verlesen der Namen der Opfer angezündet wurden.
