Hinter jedem Namen auf den 300 Stolpersteinen in Duisburg steht ein Mensch, den die Nazis verfolgt und ermordet haben. In seiner Videobotschaft zum Jahrestag der Reichspogromnacht würdigt Pfarrer Dr. Christoph Urban das Engagement der Menschen, die die Messingplatten der Stolpersteine blank putzen, damit sie leuchten. „Mit der Erinnerung ist es genauso“ betont der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Duisburg. „Auch sie muss man pflegen. Nicht nur am 9. November.“
Zu sehen ist es hier auf dem Youtubekanal „Evangelisch in Duisburg“. Infos zum Kirchenkreis, den Gemeinden und Einrichtungen gibt es im Netz unter www.kirche-duisburg.de.
Hier ist der Redetext des Videostatements:
Sie sind klein, nur zehn mal zehn Zentimeter, man übersieht sie leicht. Und doch gehören sie für mich zu den wichtigsten Steinen unserer Stadt: die Stolpersteine. Kleine Messingplatten im Gehweg, auf denen meistens steht: Hier wohnte. Und dann ein Name.
Hinter jedem Namen steht ein Mensch, den die Nazis verfolgt und oft ermordet haben: Jüdinnen und Juden, Sozialdemokraten und Kommunisten, Homosexuelle, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderung.
Seit 2003 liegen in Duisburg Stolpersteine. Inzwischen sind es mehr als 300. Die ersten Verlegungen hat unsere evangelische Kirche begleitet.
Mit dem Verlegen allein ist es aber nicht getan. Denn Messing hat eine tückische Eigenschaft: Es läuft an. Mit der Zeit wird es immer dunkler, bis die Steine im Pflaster fast untergehen. Deshalb putzen Menschen sie jedes Jahr wieder blank, damit sie leuchten.
Mit der Erinnerung ist es genauso. Auch sie muss man pflegen. Nicht nur am 9. November.
